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Gifts for Pilates-Fans

Every year around the middle of December it suddenly comes to my mind: in less than two weeks it will be Christmas and I haven’t bought a single present… Does that sound familiar? I hope not! But just in case I have arranged my Top-Five-Christmas-Gift-Ideas for Pilates-Fans. So that you can lean back and relax instead of hunting through online stores for hours.  I hope you will find something useful!

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Number 1: the documentary “Tribute to Joseph Pilates”. On Vimeo you can buy the movie for streaming (48 hours) or download it. Interested? Have a look at the Trailer or read the Interview with producer Glaucia Adriana.

 

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Number 2 – A one year subscription for Pilates Style Magazine. There is a new issue every two months featuring interesting reports, interviews and many great pictures covering everything that relates to Pilates. They publish great articles about the history of Joseph Pilates and his method.

 

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Number 3: Joseph Pilates’ book “Return to Life Through Contrology” is a must have for every Pilates enthusiast! Beautiful pictures of Joe demonstrating his exercises (taken by George Hoyningen-Huene). I recommend the edition published by the PMA.

 

 

 

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Number 4: Elegant pictures of Carola Strauss-Trier demonstrating Reformer exercises. She was the first pupil of Joseph Pilates who opened her own studio. In  Jillian Hessel’s online store you can order prints of these wonderful pictures, and the dvd of the documentary “Carola Shares” for those who want to learn more about Carola’s work is also available .

 

20161212_115238 Number 5:  For those who can read German. What about a biography of Joseph Pilates, signed by the author? For only  24,99 Euro with no additional shipping costs I will send the book with a personal dedication to wherever you live. Just write an email to evarincke[at]gmail.com!

If there will be no time left for shipping from Europe, just order here😉

I hope you found everything you need – now it’s time to turn on some nice music and enjoy!

 

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Geschenke für Pilates-Fans

Alle Jahre wieder fällt es mir Mitte Dezember siedendheiß ein: Keine zwei Wochen mehr bis Weihnachten und ich habe noch kein einziges Geschenk… Geht es euch auch so? Ich hoffe nicht! Falls doch, habe ich hier exklusiv für euch meine Top-Five-Geschenkideen für Pilates-Fans zusammengestellt. Damit ihr euch entspannt auf dem Sofa zurücklehnen könnt, anstatt stundenlang verzweifelt durch Webshops zu clicken. Ich hoffe, es ist etwas Hilfreiches dabei!

20161212_115238 Nummer 1: für Leseratten. Wie wäre es mit einer handsignierten Pilates-Biografie, von der Autorin persönlich verpackt und verschickt? Zum Preis von 24,99 Euro ohne zusätzliche Versandkosten, aber mit persönlicher Widmung, könnt ihr das Buch direkt bei mir bestellen. Schreibt einfach eine Mail an evarincke[at]gmail.com!

Wenn ihr spät dran seid, könnt ihr auch noch in der letzten Sekunde im Herder-Shop das Ebook bestellen:)

 

 

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Nummer 2: für Filmfans – der Dokumentarfilm “Tribute to Joseph Pilates”. Auf Vimeo kann man den Film entweder zum Streamen oder zum Download erwerben. Wär das was? Schaut euch doch mal den Trailer an oder lest das Interview mit Produzentin Glaucia Adriana.

 

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Nummer 3 – für Dauerleser. Verschenke ein Jahresabo für das Pilates Style Magazine. Die englischsprachige Zeitschrift erscheint alle zwei Monate und bringt spannende Reportagen, Interviews und viele tolle Fotos zu allen Bereichen der Pilates-Methode. Immer wieder findet ihr hier auch Artikel zur Geschichte von Joseph Pilates und seiner Methode.

 

 

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Nummer 4 – für Ursprüngliche. Joseph Pilates’ Buch “Return to Life Through Contrology” braucht jeder echte Pilates-Fan! Schon allein wegen der großartigen Fotos (aufgenommen von George Hoyningen-Huene) lohnt es sich… Für alle, die Englisch können, empfehle ich diese von der PMA herausgegebene Ausgabe – wenn’s schnell gehen muss, gibt’s hier eine breitere Auswahl verschiedener Ausgaben. Die schöne deutsche Ausgabe mit einem tollen Reprint des englischen Originals und mit deutscher Übersetzung hat leider eine etwas längere Lieferzeit, aber wenn ihr schnell seid, könnte es noch klappen.

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Nummer 5 – für Fortgeschrittene. Diese wunderbaren Fotos zeigen Carola Strauss-Trier auf dem Reformer. Sie war die erste Schülerin von Joseph Pilates,  die ein eigenes Studio eröffnete. Auf der Homepage von Jillian Hessel könnt ihr nicht nur Drucke dieser tollen Bilder bestellen, sondern auch den Dokumentarfilm “Carola Shares” für alle, die noch mehr über ihre Arbeit erfahren wollen.

 

 

So, nun seid ihr hoffentlich ausgestattet – und könnt schöne Musik anmachen und einfach die Vorweihnachtszeit genießen!

 

Herzlichen Glückwunsch, Joe!

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Das Geburtshaus von Joseph Pilates in Mönchengladbach. Foto: S. Grootenhuis

Heute vor 132 Jahren, am 9. Dezember 1883, wurde Joseph Pilates in Mönchengladbach geboren. Nachts um halb vier, an einem Sonntag erblickte er das Licht der Welt – und wenig deutete darauf hin, dass sein Name mehr als ein Jahrhundert später auf der ganzen Welt bekannt sein würde.

Der Säugling wurde in einfache Verhältnisse hinein geboren: Sein Vater war der Schlossergeselle Friedrich Pilates, seine Mutter Helena war Hausfrau und ehemalige Fabrikarbeiterin. Sie konnten ihrem Sohn zwar keinen Komfort und kein leichtes Leben bieten, stattdessen schenkte ihm sein Vater jedoch etwas viel Wertvolleres: Er steckte ihn an mit seiner Begeisterung für das Turnen, Boxen und für die Schwerathletik.

Joseph wuchs heran und machte eine Lehre zum Bierbrauer. Seine Leidenschaft aber galt von Kindheit an dem Körper und der Bewegung. Als er 1915 wegen des Ersten Weltkriegs im Internierungslager für Zivilisten Knockaloe auf der Isle of Man landete, bot sich ihm endlich die Gelegenheit, dieser Leidenschaft seine ganze Zeit zu widmen.

Zurück in Deutschland gründete er in Gelsenkirchen eine Boxschule und zog dann weiter nach Hamburg, wo er Polizisten der Ordnungspolizei in Selbstverteidigung unterrichtete und mit Rehabilitationspatienten arbeitete. 1926 wanderte er dann in die Vereinigten Staaten aus, wo er ein Jahr später sein eigenes Studio für Körperkräftigung eröffnete, das er bis zu seinem Tod mit großem Erfolg führte.

Joseph Pilates war überzeugt, dass er mit seiner Methode einen Weg gefunden hatte, um die Menschheit glücklicher zu machen: „Körperliche Fitness ist die erste Voraussetzung für Glück“, schrieb er in seinem Buch Return to Life through Contrology. Heute teilen immer mehr Menschen diese Ansicht. Viele Millionen praktizieren rund um den Erdball Pilates!

Ich finde das ist ein Grund zu feiern! Vielen Dank für alles und herzlichen Glückwunsch, Joseph Pilates!

Mehr über das Leben von Joseph Pilates findet ihr in meinem Buch „Joseph Pilates. Der Mann, dessen Name Programm wurde“

Ich freue mich sehr über das steigende Interesse an der Person Joseph Pilates! Seit das Buch im September erschienen ist, werde ich viel eingeladen, um über sein Leben zu erzählen: Hier findet ihr alle anstehenden Lesungen und Workshops

Hatte Joseph Pilates als Kind Asthma?

Seit meine Biografie über Joseph Pilates im September beim Herder-Verlag erschienen ist, stellen mir viele Leute spezielle Fragen über Joseph Pilates. Es gibt eine Reihe von Mythen und Geschichten über Joseph Pilates, die ich in meinem Buch aus verschiedenen Gründen nicht erwähne: Das wirft Fragen auf! Jetzt hat mich das Magazin Pilatesglossy eingeladen für sie zu bloggen – diese Gelegenheit will ich nutzen, um zumindest einige dieser Fragen zu beantworten.

Ich möchte Euch alle herzlich einladen, Fragen zu stellen! Per Kommentar hier auf dem Blog oder per Mail [evarincke[ät]gmail.com] oder Facebook direkt an mich. Jede Woche werde ich dann eine aufgreifen und hier auf Deutsch und auf pilatesglossy.com auf Englisch beantworten.

Eine der häufigsten Fragen ist: Hatte Joseph Pilates als Kind Asthma?  Der Ursprung dieser Vermutung geht auf Joseph Pilates selbst zurück. Es war es, der im Gespräch mit Journalisten immer wieder betont hat, dass er ein kränkliches, schwaches Kind gewesen sei. Doris Hering beschrieb ihn nach einem langen Interview 1956 im Dance Magazine als schwächliches Kind“, Evelyn Ringold schrieb im New York Herald Tribune 1964: „Der junge Joseph war so mickrig, dass er angesichts der Bedrohung durch Tuberkulose und der Angriffe größerer Jungs gezwungen war, sich zu kräftigen.”

Das Asthma fügte Clara hinzu. In einem Artikel über das Pilates Studio für Women’s Wear Daily von 1972 schrieb Toni Kosover nach einem Interview mit Clara über Joseph Pilates: „Als Junge litt er unter Asthma Über diese Interviews hat die Information Eingang in die Mehrzahl der Biografien von Joseph Pilates genommen, die auf den Websites von Pilates-Studios zu finden sind. In meinem Buch erwähne ich das Asthma jedoch mit keinem Wort – warum nicht?

Um es ganz klar zu sagen: Weil ich nicht glaube, dass Joseph Pilates tatsächlich Asthma hatte! Genausowenig wie ich glaube, dass er besonders schwach oder kränklich war. Meiner Ansicht nach war Joseph Pilates ganz im Gegenteil ein Kind mit einer robusten Gesundheit.

Warum ich so denke? Erstens war es zu Joseph Pilates’ Lebzeiten unter starken Männern gang und gäbe Geschichten darüber zu erzählen, wie schwach sie als Kind gewesen seien. Uns erscheint das absurd – wir wollen von Geburt an perfekt sein-, aber die damalige Mode sah anders aus. Eugen Sandow zum Beispiel, der weltberühmte Bodybuilder und Joseph Pilates’ großes Vorbild schrieb in seinem Buch „Kraft und wie man sie erlangt“: „Als Kind war ich selbst außerordentlich zart. Mehr als einmal hatte man mein Leben aufgegeben. Bis zu meinem 10. Lebensjahr wusste ich kaum, was Kraft ist.“ – Das entsprach zwar nicht den Tatsachen – er war ein sportliches, gesundes Kind – aber auf diese Weise wollte er die Wirksamkeit seiner Trainingsmethode betonen. Das erinnert doch sehr an Joseph Pilates’ Idee, sich um drei Jahre älter zu machen, damit der verjüngende Effekt seiner Methode besser zur Geltung kam.

Aber es gibt noch einen weiteren Grund für meine Zweifel an seiner Behauptung ein kränkliches Kind gewesen zu sein: Das ist die Tatsache, dass Joseph Pilates im Gegensatz zu drei seiner Geschwister das Kleinkindalter überlebt hat. Aus meiner Sicht beweist das, dass er zumindest ein sehr robustes Kind gewesen sein muss. Kinderkrankheiten wie die Masern oder die Atemwegserkrankung Diphterie waren damals für viele Kinder tödlich. Nur vier von fünf Kindern in Preußen erlebten zu dieser Zeit ihren ersten Geburtstag. Sollte Joseph Pilates tatsächlich an Asthma gelitten haben, müsste er demnach über eine besonders robuste Konstitution verfügt haben. Da erscheint es mir wesentlich wahrscheinlicher, dass die Geschichte ein weiterer PR-Gag war – inspiriert von Eugen Sandow.

Unbekannter Superstar

Roberta Peters trainiert bei Joseph Pilates (Foto: Michael Rougier)
Roberta Peters trainiert bei Joseph Pilates (Foto: Michael Rougier)

Am 9. Oktober 1967 starb Joseph Pilates in New York. Er war 83 Jahre alt geworden und ärgerte sich bis zum Schluss, dass es ihm nicht gelungen war, seine Methode bekannter zu machen. Heute, 48 Jahre später, ist Joseph Pilates’ dringlicher Wunsch längst in Erfüllung gegangen: Die Pilates-Methode wird auf der ganzen Welt von Millionen von Menschen praktiziert!

Um so erstaunlicher ist die Tatsache, dass die Person Joseph Pilates nach wie vor nur einem relativ kleinen Kreis von eingeweihten Pilates-Enthusiasten bekannt ist. Gerade in Deutschland, seinem Heimatland, ist Joseph Pilates ein Unbekannter. Wenn ich erzähle, dass ich ein Buch über Joseph Pilates geschrieben habe, werde ich häufig gefragt: „Ah, hatte der was mit Pilates zu tun?“

Dieses Ungleichgewicht in der Bekanntheit von Mensch und Werk hängt sicherlich damit zusammen, dass der große Durchbruch der Pilates-Methode erst Jahrzehnte nach dem Tod ihres Erfinders gelang. Ein Toter schafft es schlechter in die Nachrichten – es sei denn er hat schon zu Lebzeiten einen Platz in der medialen Öffentlichkeit erobert. Joseph Pilates ist das nur eingeschränkt gelungen: In den Vereinigten Staaten gab es in den fünfziger und sechziger Jahren immer wieder Artikel über ihn in der Presse. In seinem Heimatland Deutschland hingegen lernte man ihn erst kennen, als die Pilates-Methode seit den neunziger Jahren langsam und nach dem Millennium dann immer schneller an Boden gewann.

Es waren Frauen, die der Pilates-Methode zu der enormen Bekanntheit verhalfen, die sie heute genießt. Madonna und Oprah Winfrey lösten Ende der Neunziger den weltweiten Pilates-Boom aus. In Deutschland war es Barbara Becker, die mit ihrer Begeisterung für die Methode viele ansteckte. In Konkurrenz zu diesen Frauen hatte Joseph Pilates natürlich keine Chance: Wer denkt schon an einen längst verstorbenen Mann, während eine Frau von diesem Kaliber seine Übungen vorführt?

Ich glaube nicht, dass Joseph Pilates sich daran gestört hätte. Er hatte immer eine Schwäche für Frauen und er liebte es, mit Frauen zu arbeiten. Er war stolz darauf, wenn er sie stark machen konnte. Als die Zeitschrift „Life“ 1951 die Koloratursopranistin Roberta Peters beim Training im Pilates-Studio fotografierte, blieb er als stolzer Personal Trainer ganz im Hintergrund. Vielleicht ist die Rolle des unbekannten Superstars genau richtig für ihn.

Zum Weiterstöbern: Im Life Photo Archive (hosted by google) gibt es eine ganze Reihe weiterer Fotos aus der Session mit Michael Rougier für die Zeitschrift “Life”. Das sind großartige Einblicke ins originale Pilates Studio auf der Eighth Avenue!

Leseprobe

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Für alle, die neugierig auf das Buch sind, hier noch einmal die deutsche Leseprobe an prominenter Stelle:

Leseprobe: Joseph Pilates. Der Mann, dessen Name Programm wurde

Die Leseprobe enthält das erste Kapitel, das über Joseph Pilates’ Kindheit berichtet, und einen Teil des sechsten Kapitels mit der Beschreibung seiner ersten Erfolge in New York. Jetzt sind es nur noch drei Wochen bis zum Erscheinungstermin! Ich bin gespannt auf Eure Kommentare…

Wie Joe Pilates mich um den Finger wickelte

„Du willst ein Buch über einen Mann schreiben, der schon so lange tot ist und den du nicht gekannt hast? Warum?“ Die Frage traf mich unvorbereitet. Ich saß im Zug auf dem Weg von Boston nach New York und unterhielt mich mit meiner Sitznachbarin. Ich steckte mitten in den Recherchen für eine Pilates-Biografie und war aufgeregt, weil ich in New York das Haus besuchen wollte, in dem Joe Pilates vierzig Jahre lang gelebt und gearbeitet hatte.

„Alle machen seine Übungen“, sagte ich, „Millionen Menschen auf der ganzen Welt.“ Aber war das wirklich der Grund, warum ich ein Buch über ihn schreiben wollte? Ich lehnte mich zurück und dachte an Joe Pilates. Wieso faszinierte mich dieser Mann so sehr, dass ich seit über einem Jahr jede freie Minute nutzte, um mehr über ihn herauszufinden?

Er hat einfach Großartiges geleistet, dachte ich. In den letzten Monaten hatte ich an meinem eigenen Körper erlebt, wie effizient seine Methode war. Seit ich begonnen hatte, jede Woche eine Einzelstunde an den Pilates-Geräten zu nehmen, konnte ich förmlich beobachten, wie mein Bauch flacher und meine Wirbelsäule länger wurde. Meine Rückenschmerzen waren weg, obwohl ich genau wie früher meine Kinder durch die Gegend schleppte und stundenlang am Schreibtisch saß.

Aber das war nicht alles. Da war etwas an dem Menschen Pilates, das mich berührte, etwas, das mich für ihn einnahm. Diese Überzeugung, mit der er gegen alle Widerstände für seine Methode gekämpft hatte. Dass er mit über vierzig einen Neuanfang gewagt hatte, indem er aus Deutschland in die USA auswanderte und in New York sein Studio eröffnete. Dass er bei der Verlagssuche für sein Buch Return To Life Through Contrology nicht verzweifelt war, obwohl er jahrelang nur Absagen kassiert hatte. „Widerstand ist das Streichholz, das das Feuer entzündet“ – das war seine Haltung. Über vier Jahrzehnte lang hatte er unzähligen Klienten die gleichen Übungen beigebracht, ohne große Änderungen vorzunehmen.

Diese Entschlossenheit brachte eine Saite in mir zum Klingen. Ich bin genau umgekehrt: In meinem Kopf spuken so viele Ideen herum, dass ich selten dazukomme, eine davon in die Tat umzusetzen. Manchmal muss jemand von ganz weit her kommen oder aus einer ganz anderen Zeit, um uns auf das Naheliegende aufmerksam zu machen. Dieser Mann, der knapp hundert Jahre vor mir geboren war, hatte eine Botschaft für mich: „Konzentriere Dich!“, flüsterte er mir zu, „beschränke Dich auf eine Sache! Kümmere Dich um Deinen Körper!“

Mich auf eine Sache zu beschränken – so schön dieser Gedanke auch war: als Mutter zweier Kinder war es vollkommen unmöglich, ihn in die Tat umzusetzen. Aber ich fing an, mich etwas mehr um meinen Körper zu kümmern. Und ich fasste einen Entschluss: Diese Biografie über Joseph Pilates sollte nicht als eine meiner vielen unverwirklichten Ideen enden. Ich würde meine Kräfte bündeln, und dem Mann mit der Botschaft auf diese Art und Weise meine Dankbarkeit zeigen – auch wenn er schon lange tot war.

Meiner Sitznachbarin im Zug von Boston nach New York erzählte ich das alles nicht. Doch ich war ihr dankbar, dass sie mir so unverblümt diese Frage gestellt hatte. Denn als ich an der Penn Station in New York aus dem Zug stieg und mich ins Getümmel stürzte, wusste ich ganz genau, was ich hier tat: ich konzentrierte mich.